Text: Orgetorix Kuhn
Das 14. Radcross Illnau, in diesem Jahr erstmals als «Radcross Illnau – Beat Brüngger Memorial» ausgetragen, hat sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den Zuschauerinnen und Zuschauern einen neuen Rekord gebracht: Fast 400 Fahrerinnen und Fahrer standen am Start, rund 3500 Zuschauerinnen, Fans und Eltern säumten die Strecke.
Treudler überrascht im Staub
Bei extrem trockenen und staubigen Bedingungen gewann der Wiesendanger Finn Treudler (Heizomat-CUBE) das Elite-Rennen der Männer souverän mit 36 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Federico Ceolin. Rang drei sicherte sich dessen Landsmann Tommaso Cafueri. «Ich war in den Laufpassagen schneller, nach den Hürden habe ich jeweils forciert und konnte so meine Konkurrenten distanzieren», sagte Treudler nach seinem Sieg. Die Verhältnisse auf der Strecke waren für die Fahrer ungewohnt: «Solche staubigen und trockenen Verhältnisse habe ich noch nie erlebt bei einem Radquer-Rennen. Es war fast wie bei einem Sandrennen in Belgien», so Treudler weiter.
Dillier als Vorfahrer und starker Elfter
Ehrengast Silvan Dillier hatte ein dichtes Programm heute. Mit dem Rennvelo kam er an die Strecke in Illnau. Im Elite-Rennen klassierte sich der Radprofi im stark besetzten Feld auf dem guten 11. Rang. Vor dem Elite-Rennen fungierte er als Vorfahrer bei den Kids-Rennen. Auch der Rest der Familie Dillier war in Illnau bestens vertreten: Vater Karl ging im «Cross für Alle» an den Start, Sohn Finn startete in der Kategorie Pfüderi– drei Generationen der Familie Dillier an einem Renntag. «Es ist einfach toll, dass es für alle Altersgruppen etwas gibt. Ein super Anlass», sagte Dillier.
Italienischer Doppel-Sieg bei den Frauen
Im Rennen der Elite-Frauen setzte sich die Italienerin Lucia Bramati durch. Auf den Plätzen zwei und drei folgten ihre Landsfrau Carlotta Borello und die Belgierin Alicia Franck, die Siegerin von 2025. Bei den Masters gewann ebenfalls ein Italiener: Samuel Mazzucchelli siegte vor Simon Wäfler (+0:36) aus Bauma und Sven Fürst aus Neftenbach (+1:04).
Über 150 Kinder am Start
Einen besonderen Jöö-Faktor lieferten einmal mehr die Kleinsten: In den Kategorien Pfüderi und Kids Cross gingen über 150 Kinder an den Start und eroberten die verkürzten Strecken rund um das Schulhaus Hagen im Sturm. Am Streckenrand drängten sich unzählige Eltern mit Kameras und Handys, um ihre Sprösslinge auf dem Rad festzuhalten, und feuerten sie lautstark an. Für strahlende Gesichter auf dem Podest war so oder so gesorgt – Siegerin oder nicht.
«Es war der Wahnsinn»
Das Wetter war wieder einmal perfekt, warmes Spätsommerwetter. OK-Präsident Eric Brüngger zeigte sich nach dem ersten Radcross Illnau ohne seinen in diesem Jahr verstorbenen Vater Beat sichtlich bewegt. «Es war der Wahnsinn, ich bin überwältigt», bilanziert Brüngger. Abgerundet wurde der Renntag mit dem Live-Konzert von The Murphys, das die zahlreichen verbliebenen Besucherinnen und Besucher auf dem Siegerpodest in Feierlaune versetzte.