Das einzige Radquerrennen in der Romandie bot genau das, was ein Cross-Herz höherschlagen lässt. Regen am Vorabend machte den ohnehin schon anspruchsvollen Parcours feucht und rutschig – klassische Radquer-Bedingungen also. Während die Kategorien am Morgen noch bei weniger schlammigen Verhältnissen unterwegs waren, sorgte später erneut einsetzender Regen für zusätzliche Spannung in den Elite-Rennen.
Italienerinnen dominieren das Frauenrennen
Schon früh zeichnete sich ab, dass im Frauenrennen kaum ein Weg an den Italienerinnen vorbeiführen würde. Rebecca Gariboldi präsentierte sich vom Start weg in hervorragender Verfassung und setzte sich gemeinsam mit der italienischen Meisterin Carlotta Borello an die Spitze. In der dritten Runde lancierte Gariboldi ihre entscheidende Attacke und baute ihren Vorsprung bis ins Ziel kontinuierlich aus.
Hinter Gariboldi und Borello rundete Lucia Bramati als dritte Italienerin das Podest ab. Die Gesamtführende Electa Gallezot musste sich in Aigle mit Rang sechs zufriedengeben, verteidigte jedoch ihre Spitzenposition im Gesamtklassement. Beste Schweizerin war Landesmeisterin Rebekka Estermann, die mit einem starken fünften Platz überzeugte.
Thomas siegt – Schweizer liefern starkes Teamergebnis
Auch im Rennen der Herren bestätigte sich rasch, dass Théo Thomas der Favorit war, den es in Aigle zu schlagen galt. Der Franzose übernahm von Beginn an die Führung, während einzig der Waadtländer Loris Rouiller das hohe Tempo mitgehen konnte. Rouiller, der krankheitsbedingt nicht optimal auf sein Heimrennen vorbereitet war, zeigte sich dennoch äusserst kämpferisch. Das Duo hielt das Tempo bis in die siebte von neun Runden, ehe Thomas nochmals forcierte und sich entscheidend absetzen konnte.
Auf Rang drei klassierte sich Lars Sommer bei seiner ersten Teilnahme an einem Swiss Cyclocross Cup Rennen in dieser Saison. Mit Nicolas Bard auf dem vierten Platz landeten gleich drei Schweizer in den Top Five.
Lokalmatador Loris Rouiller freute sich über seinen zweiten Platz: „Ich bin sehr zufrieden, bei meinem Heimrennen auf dem Podest zu stehen. Ich wusste, dass Théo in Topform ist und als Favorit ins Rennen ging. Leider hatte ich während des Rennens einen Platten und auch einen kleinen Sturz, was mich kurzzeitig etwas aus dem Rhythmus brachte. Trotzdem bin ich zufrieden und richte meinen Fokus nun auf den ersten Weltcup in Tabor“, erklärte der 25-Jährige.
Mit seinem Tagessieg sicherte sich Thomas bereits vor dem Finale in Hittnau den Gesamtsieg: Sein Vorsprung auf Bard beträgt komfortable 135 Punkte. Das Rennen um den zweiten Gesamtrang bleibt jedoch spannend – Bard und Rouiller trennen lediglich 23 Zähler.
Ein gelungener Renntag in Aigle
OK-Präsident von Cyclophile Aigle Jonathan Fazan zeigte sich nach dem Rennen begeistert: «Wir durften einen fantastischen Radquertag erleben. Die Startfelder waren stark besetzt und besonders die grosse Schweizer Beteiligung freut uns sehr. Dass Loris ein so spannendes Duell um den Sieg geliefert hat, macht den Tag für uns noch spezieller. Es ist schön, wenn der Lokalmatador den Fans eine solche Show bietet», erklärte Fazan.
Das grosse Finale des Swiss Cyclocross Cup findet am 7. Dezember in Hittnau statt.