23. Oktober 2026
Der letzte Tanz in Mettmenstetten

Das Radquer Mettmenstetten erlebt am Sonntag seine elfte und letzte Austragung. Während Finn Treudler als Favorit ins Rennen geht, steht vor allem Organisator Andreas Fuhrer im Mittelpunkt. Als einer der grossen Radquerförderer der Schweiz hat er das Rennen über Jahre geprägt. Als Veranstalter zieht er sich nun zurück, die Talentförderung in Mettmenstetten wird jedoch weitergeführt.

Text: Christian Rocha ¦ Photo: Urs Sigg

Wenn am kommenden Sonntag, 25. Oktober, die Startflagge zum elften Mal fällt, endet eine Ära. Andreas Fuhrer hat das Querfeldeinrennen mit einem kleinen Team und viel Engagement aufgebaut und weiterentwickelt. Nach Jahren voller Begegnungen, sportlicher Höhepunkte und organisatorischer Arbeit ist für ihn der Zeitpunkt gekommen, kürzerzutreten.

«Ich hätte vor zehn Jahren nie gedacht, so etwas auf die Beine zu stellen», blickt Fuhrer zurück. Aus einer Idee ist ein international beachtetes C2-Rennen mit einer beachtlichen Siegerliste geworden. Besonders in Erinnerung bleiben ihm die vielen Begegnungen mit Menschen, Sponsoren und Fahrern.

Ein Entscheid, der längst gereift ist

Die Organisation sei zu einem grossen Teil an ihm hängen geblieben. Viele Helfer, Sponsoren sowie seine Partnerin, Familie und Freunde hätten ihn seit den ersten Austragungen unterstützt. Nun bräuchte es neue Kräfte und Strukturen. «Zehn Jahr sind eine lange Zeit. Eine Zeit, auf die ich gerne und stolz zurückblicke», sagt Fuhrer. Sein Engagement für den Radsport endet damit allerdings nicht.

Die Talentförderung geht weiter

Der Verein bleibt bestehen, ebenso die Förderung junger Radquerfahrerinnen und Radquerfahrer. Aufgrund der grossen Nachfrage möchte Fuhrer das Angebot sogar ausbauen. Geplant sind zusätzliche Rennbesuche im In- und Ausland, um den Athletinnen und Athleten neue Erfahrungen und Perspektiven zu ermöglichen. Auch die Zusammenarbeit mit den Trainingsstützpunkten United, Aargau, Ostschweiz und Zentralschweiz wird fortgeführt.

Kritisch beurteilt Fuhrer hingegen die Unterstützung des Radquersports durch Swiss Cycling. Obwohl der Verband Radquer als Ausbildungsdisziplin bezeichne, investiere er aus seiner Sicht zu wenig Ressourcen. Fuhrer fordert deshalb einen runden Tisch mit allen Beteiligten. Budget, Ziele und die künftige Bedeutung des Radquersports müssten offen diskutiert werden. Auch Fahrer, Vereine und Teams seien gefordert, sich klar und verbindlich zum Sport zu bekennen.

Treudler klarer Favorit

Sportlich verspricht die Dernière einen hochklassigen Renntag. Im Hauptrennen der Männer ist Finn Treudler aus Wiesendangen der Favorit. Der zweifache Saisonsieger gewann die Rennen in Illnau und Steinmaur und wurde am vergangenen Sonntag in Schneisingen hinter Schweizermeister Kevin Kuhn Zweiter. Da Kuhn in Mettmenstetten fehlt, könnte Treudler zudem einen wichtigen Schritt zum Gesamtsieg im Swiss Cyclocross Cup machen. Konkurrenz wird unter anderem aus Italien, Luxemburg, Belgien und der Schweiz erwartet.

Bei den Frauen ist die Italienerin Carlotta Borello die Favoritin. Aus Schweizer Sicht ruhen die Hoffnungen auf Rebekka Estermann aus Luzern. Da Gesamtleaderin Lison Desprez aus Frankreich nicht antritt, stehen Estermanns Chancen gut, die Führung im Gesamtklassement zu übernehmen.

Ein letzter Renntag für alle

Der Renntag beginnt um 9 Uhr mit dem Rennen der Masters und dem Cross für alle. Ab 13 Uhr stehen die Kinderrennen auf dem Programm, ehe die internationalen Elite-Rennen der Frauen und Männer den Abschluss bilden.

Für Andreas Fuhrer wird es mehr sein als ein gewöhnlicher Renntag. Mit der letzten Austragung endet ein Kapitel, das er mit viel persönlichem Einsatz geschrieben hat. Was bleibt, sind die Erinnerungen an zahlreiche Begegnungen, an sportliche Erfolge und an einen Anlass, der sich über die Jahre zu einer festen Grösse im Schweizer Radquerkalender entwickelt hat.

Der letzte Tanz in Mettmenstetten ist damit auch ein Anlass, Danke zu sagen: den Helferinnen und Helfern, den Sponsoren, den Familien und allen, die das Rennen möglich gemacht haben. Und er ist ein Aufruf, die Zukunft des Radquersports gemeinsam anzupacken – damit die nächste Generation weiterhin eine Perspektive auf und neben der Querstrecke hat.

Startlisten Swiss Cyclocross Cup #3, Mettmenstetten

Programm, Strecke, Sponsoren