Weber (für die Schweizer) wieder zu stark



Der Deutsche Sascha Weber verteidigte in Madiswil seinen Vorjahressieg am Flückiger Cross. Bei besten äusseren Bedingungen siegte er vor Marcel Wildhaber und Severin Sägesser. Das Rennen der Frauen wurde von Jasmin Egger-Achermann dominiert.

Die Strecke in Madiswil präsentierte sich trotz den letzten Regenfällen am Freitag in einem sehr gut fahrbaren Zustand. Anspruchsvoll blieb der Parcours aber dennoch, durch die vielen Richtungsänderungen auf dem 2,6 km langen Rundkurs und die heikle Abfahrt, welche sich auch in diesem Jahr als ziemlich schwierig zu meisternde Herausforderung darstellte.

Kettenklemmer wirft Flückiger aus der Entscheidung

Und sie brachte zu Rennmitte auch eine erste Vorentscheidung. Lokalmatador Lukas Flückiger passierte die drei Haarnadelkurven plus die Schrägpassagen zwar so schnell wie kein anderer Fahrer, doch in Runde vier bekam er die Folgen der ziemlich holprigen Passage zu spüren. Die Kette hatte sich verklemmt, was den Sieger von 2014 auf Rang 11 zurück und damit aus der Entscheidung warf. Profitieren vom Ausfall des Mitfavoriten konnte das Trio mit Sascha Weber, Marcel Wildhaber und Severin Sägesser, welches fortan die Podestplätze unter sich ausmachte.

Schliesslich war es Weber, welcher in der zweitletzten Runde vehement angriff und wegkam. Der Vorsprung von gut zehn Sekunden schien beruhigend, ehe er in der letzten Abfahrt ein bisschen zu viel riskierte. „Ich wollte nicht rausnehmen, und prompt zerwickelte es mich“, so der neue Doppelsieger über seinen Sturz.

Wildhaber zufrieden, Sägesser mit Premiere

Im Rücken des Freiburgers kam Marcel Wildhaber noch bis auf gut eine Sekunde heran und verpasste damit seinen ebenfalls zweiten Sieg in Madiswil, nach jenem bei der Premiere 2012, denkbar knapp. „Zufrieden bin ich trotzdem“, so Wildhaber, der sich in der Dreierspitze natürlich Hoffnungen auf den Sieg gemacht hatte. „Doch Sascha fuhr heute wirklich stark, er hat am Ende das Rennen kontrolliert.“

Lobende Worte für den Sieger hatte auch der Drittplatzierte Severin Sägesser übrig. Zum ersten Mal in seiner Karriere fuhr der Niedergösger an einem internationalen Quer aufs Podest. Er habe schon lange von diesem Moment geträumt, so der 24-Jährige: „Ich hoffe, dass es bald noch ein paar Treppchen weiter nach oben geht.“ So stark wie noch nie fuhr in Madiswil Andreas Moser. Quasi vor seiner Haustüre holte sich der OK-Präsident Rang 6 und sprach nach dem Rennen von einem perfekten Anlass – nicht nur auf sein Resultat bezogen.

Jasmin Egger-Achermann mit zweiten Sieg nach 2012

Das Rennen der Frauen wurde zu einer klaren Angelegenheit für Jasmin Egger-Achermann. Die 27-Jährige aus Gunzwil kehrte nach dreijähriger Kinderpause diesen Herbst in den Rennzirkus zurück und feierte in Madiswil einen Start-Ziel-Sieg. „Es geht von Rennen zu Rennen besser“, strahlte die Siegerin nach ihrem Rennen, „obwohl ich noch lange nicht dieselben Umfänge trainiere, wie noch früher.“ Sie könne sich aber vorstellen, in Zukunft noch mehr in den Sport zu investieren und auch wieder Rennen auf der internationalen Bühne zu bestreiten. Die beiden jungen Schweizerinnen Olivia Hottinger und Tina Züger komplettierten das Podium.

Die weiteren Tagessieger:
U19/A/M: Kevin Kuhn
U17 Herren: Rémi Premand
U17 Frauen: Noemi Rüegg
U13/U15: Finn Treudler
Jedermann: Pius Stucki

Komplete Resultate gibt es HIER!

Text: Michael Forster
Photos: Elisa Haumesser