Schafft Lars Forster das Triple?



Am Dienstag, 26. Dezember 2017 findet das Dagmerseller Radquer zum 42. und letzten Mal statt. Damit geht im Luzerner Wiggertal eine grosse Tradition zu Ende, die 1975 mit dem ersten internationalen Radquer begann. Schafft Lars Forster den dritten Sieg in Serie? Damit wäre er der einzige Fahrer, der nach Moureys Rekordserie in Dagmersellen gewinnen konnte.

 

Beeindruckende Serien

Unvergessen bleiben in Dagmersellen vor allem zwei Fahrer: Albert Zweifel und Francis Mourey. Der fünffache Weltmeister und neunfache Schweizermeister Albert Zweifel stand in den 1970er- und 80er-Jahren insgesamt zwölf Mal hintereinander auf dem Dagmerseller Podest. Nach sieben Siegen in den ersten sieben Austragungen folgten vier zweite Plätze und ein dritter Rang. Keiner stand öfter auf dem Podest. Trotzdem ist Zweifel nicht der Rekordsieger. Denn der Franzose Francis Mourey gewann einmal mehr und siegte zwischen 2006 und 2014 insgesamt acht Mal. Die jüngste Serie hat nun Lars Forster eröffnet: Nach den Schweizermeisterschaften 2016 in Dagmersellen, gewann er auch im Dezember des letzten Jahres und könnte somit beim letzten Rennen den dritten Sieg in Serie feiern.

 

Forster zum Dritten oder doch ein anderer Schweizer?

Bleibt Lars Forster also der einzige Rennfahrer, der nach Francis Mourey das Eliterennen in Dagmersellen gewinnen konnte? Die Vorzeichen stehen gut. Forster hat bei den letzten beiden Austragungen gezeigt, dass ihm die Strecke am Chrüzberg liegt: «Der Streckenverlauf mit dem Anstieg gefällt mir sehr.» Zuletzt gewann Forster Mitte November das Flückiger-Cross in Madiswil. Seither stand er aber nicht mehr auf dem Podest. Trotzdem gibt er sich zuversichtlich: «In den letzten Rennen lief nicht immer alles ideal und ich war teilweise auch nicht zu hundert Prozent fit. Ich bin bereit und es wäre eine grossartige Sache, in Dagmersellen erneut als Erster ins Ziel zu kommen.» Ebenfalls zu den Favoriten auf den Tagessieg zählen Lukas Flückiger, Nicola Rohrbach und Andri Frischknecht. Bereits sechs Mal stand Flückiger auf dem Elite-Podest. Für einen Sieg hat es dem Oberaargauer aber nie gereicht. Entsprechend motiviert geht Flückiger ins Rennen: «Dagmersellen hat für mich einen besonderen Stellenwert. Seit 1998 bin ich jedes Jahr gestartet und somit wird es beim letzten Mal mein zwanzigster Start sein. Ich war bei den Elitefahrern schon oft nahe dran und will die letzte Chance nun unbedingt nutzen», erzählt er. «Dagmersellen ist allerdings ein schwieriges Rennen, welches sehr schnell und taktisch werden kann. Entsprechend wichtig ist es, dass man sein Rennen genau einteilt. Auch wenn du der Stärkste bist, kann eine Attacke am falschen Ort böse Folgen haben.» Auch Nicola Rohrbach und Andri Frischknecht gehören zu den Anwärtern auf einen Spitzenplatz. Rohrbach holte bei den Schweizermeisterschaften 2016 in Dagmersellen die Bronzemedaille und Frischknecht stand in den Nachwuchskategorien in Dagmersellen schon mehrfach als Sieger auf dem Podest. Und seine Leistungen bei den jüngsten Einsätzen als Eliterennfahrer sind vielversprechend. Zuletzt verpasste der Sohn des ehemaligen Spitzenmountainbikers Thomas Frischknecht bei der EKZ CrossTour in Eschenbach/SG das Podest als Vierter und bester Schweizer nur knapp.

 

Jasmin Egger-Achermann bei den Frauen

Beim Eliterennen der Frauen steht die Gunzwilerin Jasmin Egger-Achermann als Favoritin am Start. Die Schweizermeisterin stand in Dagmersellen bereits dreimal zuoberst auf dem Podest und avisiert heuer Sieg Nummer vier. Gefordert wird Egger-Achermann dabei von Sina Frei, die im Januar 2016 anlässlich der Schweizermeisterschaften in Dagmersellen gewinnen konnte.

 

Europameister Rouiller doch nicht in Dagmersellen

Lange sah es so aus, als würde auch der aktuelle Junioren-Europameister Loris Rouiller in Dagmersellen am Start stehen. Der 17-Jährige Westschweizer verpasste an den letzten Weltmeisterschaften das Podest als Vierter äusserst knapp und holte sich Anfang November den Europameistertitel bei den Junioren. Für einen Start in Dagmersellen wollte Rouiller sogar auf den Weltcup, der gleichentags im belgischen Heusden-Zolder stattfindet, verzichten. Im gefalle die harte Strecke in Dagmersellen und Weihnachten zuhause mit der Familie anstatt in Belgien zu feiern sei ihm ebenfalls sehr wichtig, sagte er noch Mitte Dezember. Am letzten Weltcuprennen in Namur vom 17. Dezember feierte der Westschweizer aber einen überlegenen Sieg und hat nun als Dritter in der Gesamtwertung sogar Chancen, den Gesamtweltcup bei den Junioren zu gewinnen. «Das ist für mich eine einmalige Gelegenheit, die ich nicht unversucht lassen möchte», kommentierte Rouiller seinen Entscheid.

 

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Goldenes Buch mit allen Siegern von 1975 bis 2016

Bilder: Chris Roos & Steffen Müssiggang (Rouiller)
Text: Thomas Winterberg