Lukas Flückiger und Jasmin Egger-Achermann triumphieren in Nyon



Bis zur letzten der total 11 Runden mussten die Zuschauer auf dem Colovray-Gelände warten, bis es im Eliterennen zu einer Vorentscheidung im Kampf um den Tagessieg des internationalen Radquers von Nyon kam, welches bei sehr guten und herbstlichen Bedingungen ausgetragen wurde. Eine Tempoverschärfung kurz vor dem Ziel reichte dem 32-jährigen und zweifachen Schweizermeister (2010 und 2014) Lukas Flückiger, um die entscheidenden Meter zwischen sich und seine beiden ärgsten Kontrahenten Nicola Rohrbach und Simon Zahner zu legen. Am Ende feierte Flückiger einen kleinen aber feinen Solosieg mit drei Sekunden Vorsprung auf das Verfolgerduo. Der Belgier Yorben Van Tichelt, der in der vierten Runde alleine zum Schweizer Führungstrio aufschliessen konnte, musste die drei Schweizer, in der zehnten Runde wieder ziehen lassen und beendete das Rennen schliesslich auf dem vierten Rang. Im Rennen der Elite Frauen setzte sich mit Jasmin Egger-Achermann (sechsfache Schweizermeisterin) die grosse Favoritin durch. Sie entschied das Rennen als Solosiegerin für sich und erreichte das Ziel 22 Sekunden vor Ramonda Forchini (U23 MTB-Weltmeisterin 2015), die in Nyon ihr Cyclocross-Debut gab. Olivia Hottinger vervollständigte als Dritte das Podest der Elite Frauen.

Insgesamt 29 Fahrer standen am Start des Eliterennens, was ein schöner Anstieg des Teilnehmerfeldes im Vergleich zum letzten Jahr bedeutete. Das Schweizer Trio um Flückiger, Rohrbach und Zahner konnte sich bereits kurz nach dem Start entscheidend absetzten und lag auf dem sehr schnellen Rundkurs mit lediglich sieben Höhenmetern pro Runde bald mit 15 Sekunden Vorsprung vor den ersten Verfolgern Van Tichelt und Lukas Winterberg. Nach einem zusätzlichen Kraftakt konnte der Belgier Van Tichelt gegen Ende der vierten Runde schliesslich zu den drei Spitzenfahrern aufschliessen.

Dieses Quartett dominierte das Rennen in der Folge weitgehend und bestimmte an der Spitze das Tempo. Einen vorentscheidenden Vorsprung hatten die vier allerdings nie. Der Franzose Melvin Ruillière und der Italiener Lorenzo Samparisi lagen nach sechs Runden nur gerade mit 12 Sekunden zurück. Dieser Rückstand konnte allerdings trotzdem nie aufgeholt werden und nach verschiedenen Tempoverschärfungen an der Spitze, musste dann in der neunten Runde schliesslich auch der Belgier Van Tichelt seine Siegeschancen begraben. Eine Runde vor Schluss war also klar, dass das Trio um Zahner, Rohrbach und Flückiger den Sieg unter sich ausmachen würde. Flückiger setzte dann in der letzten Runde die entscheidende Attacke und feierte einen souveränen Sieg. „Das Rennen war sehr schnell, praktisch wie ein Kriterium“, äusserte sich der Sieger kurz nach dem Rennen. „Es war sehr schwer, auf diesem Rundkurs eine Vorentscheidung zu machen und anderseits wusste ich, dass ich einen Sprint unbedingt vermeiden wollte. So konzentrierte ich mich auf die letzte Runde und ging dort schliesslich in den Angriff. Das es direkt so gut klappen würde, hätte ich allerdings nicht gedacht. Umso schöner natürlich denn so konnte ich meinen Sieg auf den letzten Metern noch etwas geniessen“, so Lukas Flückiger, der damit zum ersten Mal in der laufenden Saison zuoberst auf dem Podest stand.

Im internationalen Fahrerfeld klassierte sich der Vorjahressieger aus Frankreich, Alois Falenta, auf dem 9. Rang und erreichte dabei das Ziel mit einem Rückstand von 59 Sekunden. Fahrer aus der Westschweiz waren in dieser Kategorie keine am Start. Im Rennen der Kategorie U19/Amateure/Master hingegen verpasste der Masterfahrer Maxime Beney den Sieg nur knapp und musste sich nur von Mauro Schmid schlagen lassen, der sich mit seinem Sieg einen Tag vor seinem 17. Geburtstag gleich selbst beschenkt hatte. Dritter wurde Michael Müller und mit Antoine Aebi klassierte sich in diesem Rennen noch ein weiterer Westschweizer in den vordersten Positionen.

Trotz der Abwesenheit des Wallisers Julien Taramaraz (in Belgien) und jener von Marcel Wildhaber, Severin Sägesser sowie Lars Forster standen bei der zweiten Austragung dieses Rennens alle starken Schweizer am Start. Insgesamt nahmen in den verschiedenen Kategorien 160 Rennfahrer teil.

Link:
Resultate

Bericht: Bertrand Duboux / Thomas Winterberg
Fotos: Christophe Haenggeli