Grosse Namen, packender Sport und beste Unterhaltung



Wenn am 26. Dezember 2018 bei der Schnitzelfeuerung in Pfaffnau die dritte Ausgabe des internationales Cross-Race GP Luzern stattfindet, ist einiges los. Am Start stehen unter anderem ein amtierender Schweizer- und Europameister sowie eine achtfache Weltmeisterin. Auch neben der Rennstrecke ist für Unterhaltung gesorgt!

Text Thomas Winterberg ¦ Photos: Chris Roos/www.chrisroosfotografie.ch

Nachdem die Premiere des Cross-Race GP Luzern vor drei Jahren am 26. Dezember 2015 mit einem tollen Erfolg gefeiert werden konnte und am 5. November 2016 eine zweite Austragung folgte, findet das Radquerspektakel auch heuer wieder am Stephanstag statt. Dies, nachdem man das Datum des Dagmerseller Radquers übernehmen konnte, weil dort nach 42. Austragungen am 26. Dezember 2017 ein Schlussstrich gezogen wurde. Denn der Stephanstag und Radquer passt im Wiggertal einfach zusammen und diese Tradition wird nun in Pfaffnau vom VC Pfaffnau-Roggliswil weitergeführt.

Europa- und Schweizermeister als Favorit

Einen Wiederholungssieger wird es im Rennen der Elite Herren nicht geben. 2015 gewann Florian Vogel und im November 2016 triumphierte der Niederländer Corne van Kessel. Ein spannender Kampf um den Tagessieg ist aber trotzdem zu erwarten. Von den Podestfahrern der ersten beiden Austragungen sind Marcel Wildhaber (Dritter 2016), Lars Forster (Zweiter 2015) und Lukas Winterberg (Dritter 2015) für die dritte Ausgabe gemeldet. Und von diesen drei Athleten gehören Wildhaber und Forster auch in diesem Jahr zu den Siegesanwärtern. Allen voran der aktuelle Europameister im MTB Cross-Country und zweifache Radquer-Schweizermeister Lars Forster. Der 25-Jährige startete in der laufenden Saison bereits bei drei Rennen der EKZ CrossTour und holte sich die Ränge Fünf, Vier und Eins. Vor allem sein Sieg in Eschenbach / SG vom 9. Dezember zeigt, dass er für weitere Grosstaten bereit ist. Und dass sich Forster im Wiggertal wohl fühlt, zeigt ein Blick ins goldene Buch des Dagmerseller Radquers: Bei den letzten drei Austragungen in Dagmersellen ging er jeweils als Sieger vom Platz. Weitere Anwärter auf eine Topplatzierung sind unter anderem Andri Frischknecht, der Belgier Thomas Joseph und der zweifache italienische Meister und Sechste der letzten Weltmeisterschaften Gioele Bertolini, der in dieser Saison bereits siegreich war. Lokalmatador Lukas Winterberg hat sich in seiner Comeback-Saison eine Top-10-Platzierung zum Ziel gesetzt. Mit dem zukünftigen WorldTour-Fahrer Gino Mäder (ab 1.1.2019 im Team Dimension Data) wagt sich zudem einer der erfolgreichen jungen Schweizer Strassen-Fahrer als Abwechslung wiedermal ins Gelände.

Hanka Kupfernagel in Pfaffnau am Start

Im Rennen der Elite Frauen gehört die 23-järhige Italienerin Rebecca Gariboldi zu den Siegesanwärterinnen. Vor einem Jahr fuhr sie in Dagmersellen als Dritte aufs Podest und in der laufenden Saison erreichte sie bereits mehrere Podestplätze und Top-Klassierungen. Beim internationalen Radquer Steinmaur von Ende Oktober reichte es der Italienerin sogar zum Sieg. Auf der Startliste des Frauenrennens sticht aber ein anderer Name besonders ins Auge: Hanka Kupfernagel. Die achtfache Weltmeisterin und Silbermedaillengewinnerin an Olympia hat ihren Start in Pfaffnau bestätigt. Kupfernagel gehört zu den ganz grossen Namen im Frauenradsport und prägte die Szene über 20 Jahre lang. Seit ihrem letzten Cross-Rennen Ende 2015 habe sie viele Rennradcamps gegeben und sei zum Spass auch einige MTB-Marathons gefahren, wie sie selber sagt. «Als ich diesen Oktober bei einem grossartigen Gravelbike-Event auf Mallorca dabei war, entstand die Idee auch mal wieder auf der anderen Seite des Flatterbandes unterwegs zu sein», erzählt Kupfernagel, die zuletzt unter anderem in der Organisation des Radquer-Weltcup im deutschen Zeven eine führende Rolle innehatte. «Das, was mich derzeit bewegt, nennt man wohl einfach Leidenschaft», sagt sie mit einem Lächeln. Und schlussendlich habe sie einfach wieder Spass am Sport generell und wolle Weihnachten nicht auf dem Sofa liegend verbringen. Wie gut ihr dieses Vorhaben gelingt, gibt’s am Stephanstag in Pfaffnau live zu sehen. Die junge Niederländerin Yara Kastelijn wie auch die Französin Marlène Petitgirad gehören zu den Mitfavoritinnen. Auch aus Schweizer Sicht sind im Rennen der Frauen Top-Platzierungen möglich. Zu den ersten Kandidatinnen gehören hier Svenja Wüthrich und Lara Krähemann.

Nachwuchs, Kids und Jedermann

Am Stephanstag gehört die Rennstrecke aber nicht nur den Topcracks und Elitefahrern. Auch verschiedene Nachwuchskategorien von den Schülern über die Anfänger bis zu den Junioren und Amateuren werden sich in Pfaffnau duellieren. Und auch wer keine Rennlizenz hat, kommt in den Genuss. Entweder beim Kids-Cross der Kleinsten oder dann beim Jedermann-Cross für Hobbyfahrer, die selbst erleben möchten, wie es ist, rennmässig über Wiese und allenfalls durch Morast zu fahren. Anmeldungen sind auch am Renntag vor Ort noch möglich.

Rahmenprogramm für alle

Während das Rennprogramm am Stephanstag um 09:30 Uhr mit dem Jedermann-Cross beginnt und schlussendlich mit dem Zieleinlauf der Herren Elite um 16:00 Uhr zu Ende sein wird, ist auch neben der Rennstrecke einiges los. Zusätzlich zur Festwirtschaft wird von 11 bis 20 Uhr direkt an der Rennstrecke eine Schlagerbar betrieben. Und direkt nach den Rennen startet bei der Schnitzelfeuerung ab 16 Uhr die After-Race-Party. Für die After-Race-Party ist der Eintritt kostenlos. Während des Tages kostet der Eintritt aufs Renngelände 10 Franken.

Links:
Das wichtigste in Kürze zum GP Luzern Pfaffnau
Startlisten (alle Kategorien)