Forster und Egger-Achermann in der Favoritenrolle



Nur ein Jahr nachdem die Querfeldein-Schweizermeistertitel in Dielsdorf stattgefunden hat, kämpfen die Rad-Crosser erneut im Zürcher Unterland um die Meistertitel. Am kommenden Sonntag, 14. Januar, ist Steinmaur Schauplatz der Schweizermeisterschaften.

Text: August Widmer & Christian Rocha
Photos: Steffen Müssiggang/Chris Roos/Christophe Haenggeli

Die Ausganglage im Kampf um den Elite-Titel der Männer präsentiert sich äusserst offen. Müsste man einen Favoriten wählen, dann aber sicherlich Lars Froster. Der St. Galler vom VC Eschenbach ist ein Mann der Meisterschaften. Vor Jahresfrist wurde er in Dielsdorf erst im Endspurt von dem inzwischen nicht mehr aktiven Julien Taramarcaz geschlagen. 2016 war Lars Forster bereits Elite-Schweizermeister, 2013 und 2014 hatte sich Forster den U23-Titel geholt, 2010 und 2011 war der St. Galler Juniorenmeister im Querfeldein gewesen.

Forster: «Sehe mich als Favorit»

Auch Forster sieht sich selbst als Favorit: «Bei den letzten Rennen bin ich als bester Schweizer ins Ziel gekommen. Daher sehe ich mich als Favorit.» Doch Forster kennt die Schwierigkeiten und eigenen Regeln an Meisterschaften und fügt an: «Die SM ist immer eine spezielle Sache und man muss auf alle Fahrer achten.»

Lukas Flückiger, der Meister von 2010 und 2014, Simon Zahner, Marcel Wildhaber, der in Steinmaur bereits viermal gewann, Severin Sägesser, Nicola Rohrbach und Andri Frischknecht sind die stärksten Gegner von Forster. Sie hoffen darauf, dem Favoriten ein Schnippchen schlagen und selber ins Meistertrikot schlüpfen zu können. Zumindest für eine der drei Meisterschafts-Medaillen kommen diese Fahrer in Frage.

Egger-Achermann ohne Druck und guten Erinnerungen

Die Frauen-Hauptkategorie startet um 13.30 Uhr. Am Schluss dieses Rennens werden zwei Titel vergeben: Frauen Elite und Frauen U19. In Abwesenheit von Jolanda Neff, die am 2. Januar in Meilen einen klaren Sieg herausfuhr, und Sina Frei, der dreifachen Meisterin der Jahre 2014 bis 2016, ist die Jasmin Egger-Achermann bei den Frauen die klare Favoritin. Die Titelverteidigerin strebt den achten Titelgewinn an.

Doch die Luzernerin lässt sich deshalb nicht nervös machen: «Seit ich die Kinder habe, nehme ich jedes Rennen eher gelassen. Es für mich viel mehr eine riesen Motivation bei diesem Traditionsanlass in Steinmaur zu fahren.» Die 28-Jährige hat zudem gute Erinnerungen an Steinmaur; die heute zweifacher Mutter gewann 2013 in Steinmaur ihren letzten Titel vor ihrer ersten Babypause.

Steinmaurer mit Ambitionen in den Nachwuchsklassen

Aus Sicht des Velo-Club-Steinmaur verspricht das Rennen der U23-Fahrer, zu dem um 11.30 Uhr gestartet wird, am meisten Spannung. Mit Titelverteidiger Johan Jacobs, dem Vorjahreszweiten Timon Rüegg und dem erstmals in dieser Kategorie startenden Mauro Schmid gehen gleich drei Fahrer des Veranstalters mit Medaillen-Chancen ins Rennen.

Bei den U19-Frauen gehört Noemi Rüegg hinter der Titelverteidigerin Nadja Grod zu einer der grossen heimischen Medaillenhoffnung.

Die fünften Landesmeisterschaften auf der Egg

Erstmals fanden 1971 in Steinmaur Querfeldein-Schweizermeisterschaften statt. Nachdem es 1987, 2007 und 2013 auf der traditionellen Strecke auf der Egg ebenfalls um nationale Titel ging, geht es Sonntag in Steinmaur also zum fünften Male um Meisterehren. Vergeben werden in sieben Schweizermeistertitel, ausgefahren in fünf Rennen. 1971, als die Querfeldeinfahrer in Steinmaur erstmals um Meisterehren kämpften, gab es erst einen Titel.

Eröffnet wird die Meisterschaft in Steinmaur um 9.15 Uhr mit dem Rennen der Kategorie U17. Um 10.20 Uhr gehen die U19/Junioren an den Start. Alles andere als ein Sieg von Titelverteidiger Loris Rouiller wäre hier eine Überraschung. Um 11.30 Uhr wird zum Rennen der U23 gestartet.